Was ist in den letzten Jahren geschehen?
Rückblick und Zukunft
Kurzübersicht der Bemühungen des gemeinnützigen Vereins „Windmühle Exter e.V.“ zum Erhalt der Lindemannschen Windmühle von 1850
- Vereinsgründung am 29. September 2004 mit 13 Gründungsmitgliedern
- Satzungsgemäße Ziele des Vereins: Die Lindemannsche Windmühle zu restaurieren, zu erhalten, und sie der Bevölkerung vorzuführen
- Okt. 2004 fand ein buntes Erntefest statt unter großer Beteiligung der Bevölkerung. Die Bauschäden waren so gravierend, dass nicht alle Bereiche betreten werden durften. Es roch innen muffig durch die zahlreichen verfaulten Holzteile. Nach Regen glich die Mühle einer Tropfsteinhöhle. An den Innenwänden lief das Wasser bis in den Keller.
- 2005: Erstellung einer gutachterlichen Schadensanalyse. Der Erdwall an der Nordseite wurde entfernt und Schäden sichtbar. Die gesamte schadhafte Verputzung wurde entfernt. Isolierputz, Abdichtung und Anlegen einer Drainage erfolgten durch eine Fachfirma.
- 2006: Erstellung eines Finanzierungskonzepts und Antragstellungen auf Bezuschussung. Planungen mit dem Architekten (Witteck und Kiefer, Vlotho) und Aufteilung der Arbeiten in drei Schritte:
- 1. Sanierungsphase: Im Mai 2007 traf der erste Bewilligungsbescheid ein - erst jetzt durfte mit Baumassnahmen begonnen werden. Ab diesem Zeitpunkt ging alles ganz schnell! Abdichten und Iisolieren der Fassade hinter dem Erdwall, Anlegen einer bisher nicht vorhandenen Drainage, Wiederanfüllen der Erde. Die Mitglieder begannen damit, das alte Fugenmaterial aus dem Mauerwerk heraus zu arbeiten und schafften eine Hälfte der Außenfassade. Fortführung der Arbeiten durch eine Fachfirma (Engelking aus Vlotho).
- Einrüsten des gesamten Bauwerks, das als stumpfer Kegel gebaut wurde durch Fa. Tölke, Löhne.
- Anschließende Neuverfugung mit einem offenporigen Mörtel durch die Fachfirma Engelking aus Vlotho. Zimmerei Möller aus Rahden begann eine Vorhangfassade auf das Mauerwerk aufzubringen. Die Arbeiten konnten im November des gleichen Jahres beendet werden. Die Kappe wurde abgenommen und ein Notdach aufgesetzt
- 2. Sanierungsphase 2008: Verschindelung der Kappe, Neuerstellung der Windrose aus Aluminium-Blättern, Überarbeitung des Getriebes, Austausch der dicken Eichenbalken in den beiden Obergeschossen (alle Arbeiten durch Fa. Möller aus Rahden), Aufsetzen der Kappe, Auswechselung der sanierten Flügel (erneuert wurden die Ruten gegen Stahlausführungen wegen längerer Lebensdauer durch Firma Pätzmann aus Winsen/Luhe). Jalousieklappen aus Aluminium ermöglichen fortan eine problemlosere Handhabung. Der 1. Probelauf verlief reibungslos. Ein tolles Gefühl, unsere ehrwürdige „alte Dame“ nach so vielen Jahren des Stillstandes wieder in Bewegung zu sehen!
- 3. Sanierungsphase: Als im Winter 2009 festgestellt wurde, dass die Schäden im Innenbereich der Mühle gravierender waren als ursprünglich angenommen, mussten umfangreichere Erneuerungen der statisch tragenden Eicheelemente erfolgen und eine zusätzliche Finanzierung sichergestellt werden. Die Zimmerei Ulrich Althof aus Bad Salzuflen erhielt nach Ausschreibung den Zuschlag. Im EG und 1. OG wurde bis auf vier Stiele alles ausgewechselt. Eine Bütte musste erneuert, zwei Sackaufzüge rekonstruiert, zwei Steinkräne teilerneuert und die Fußböden komplett ausgewechselt werden. Eine schwere Arbeit für die fleißigen Handwerker konnte kurz vor dem großen Erntefest abgeschlossen werden. Unter fachkundiger Anleitung durch den Chef des Mühlenbauhofs in Petershagen-Frille, Herrn Friedrich Rohlfing, übten 10 Mitglieder die wichtigsten Handgriffe zur Bedienung der Mühle.
- Deutscher Mühlentag 2010: Die volle Betriebsbereitschaft kann der interessierten Bevölkerung vorgeführt werden. Das feine Mehl erstaunt selbst die Fachleute. Im 1. OG, dem Sackboden, wird für Zusammenkünfte des Vereins eine „Mühlenstube“ eingerichtet.
- Die gesamten Arbeiten wurden vorbereitet und begleitet von dem Architekturbüro Witteck und Kiefer in Vlotho.
Alle Bemühungen und Anstrengungen haben sich gelohnt. Aus einem unansehnlichen, baufälligen Gebäude, das kaum noch jemanden interessierte, ist ein Vorzeigeobjekt und Schmuckstück geworden! Nur wenige haben anfangs an den Sinn, die Notwendigkeit und letztendlich die erfolgreiche Sanierung geglaubt. Der zunehmende Besucherandrang bei Öffnungstagen und Veranstaltungen beweist, hier ist etwas dauerhaftes, ansprechendes und interessantes für die gesamte Bevölkerung der Region entstanden . Auf das Gesamtergabnis können die Beteiligten stolz sein.
Allen Personen, Firmen und Behörden die uns unterstützt haben, ist herzlich zu danken!
Weitere Pläne und Ziele des Vereins sind:
1. Aufstellen eines Backhauses für die Herstellung von Kuchen und Brot
2. Bau einer Remise zum Unterstellen von Gerätschaften
3. Erstellung eines Mehrzweckgebäudes mit Toiletten und Küche
4. Entfernung der provisorischen Gebäudeteile(Bau-Container)
5. Verbesserung der Parksituation an der Mühle
6. Gestaltung der Außenanlagen
Vlotho-Exter, im Januar 2012
Ulrich SturhahnVorsitzender





